Exkursion nach Verdun

PUBLISHED 26. Aug 2018

 

Das Thema „Erster Weltkrieg“ wird in der Schule sehr intensiv behandelt. Trotzdem scheint diese Zeit irgendwie fern und die Geschichten einzelner Menschen gehen verloren. In den Vordergrund rücken Daten, Fakten und die Interessen der kriegsbeteiligten Mächte. 

Um es nicht bei diesem reinen Fachwissen zu belassen, besuchten zwei Geschichtskurse der MSS 12 des Kurfürst-Salentin-Gymnasiums Andernach kurz vor den Sommerferien 2018 die Gedenkstätten in Verdun. Organisiert wurde die Fahrt von den Geschichtslehrerinnen Dr. Sabine Bermel sowie Martina Pott. 

Aufgrund der langen Anreisezeit erfolgte die Abfahrt am Freitag, dem 15.06.2018, schon um 6:30 Uhr. Ziel waren neben dem Museum „Mémorial de Verdun“, der französische Soldatenfriedhof mit dem Beinhaus von Douaumont sowie der deutsche Soldatenfriedhof Hautecourt, die ehemalige Festung Fort Douaumont und das zerstörte Dorf Fleury. Vor allem der französische Soldatenfriedhof war durch die enorme Größe des Gräberfeldes und durch die würdevolle Gestaltung sehr eindrucksvoll. Die Namen auf den Kreuzen der Gräber sowie die Geschichten, welche der Guide, der uns (die Schülerinnen und Schüler) durch den Tag begleitete, von einzelnen Soldaten beider Nationalitäten vortrug, machten uns zudem bewusst, dass hinter den, oft als gefühlskalt geltenden Soldaten, ganz normale Menschen mit Familien und Freunden standen. Dieses emotionale Thema wurde im Museum Mémorial de Verdun vertieft. Durch kurze Filme sowie Audiosequenzen konnte man sich dort in die Lage der Soldaten versetzen. Besonders berührend waren Briefe von französischen, aber auch von deutschen Soldaten an ihre Familien. Die Angst und die Verzweiflung, welche die Menschen in ihren Briefen ausdrückten, sind auch über 100 Jahre später noch deutlich spürbar. 

Die Situation der Soldaten war nicht nur durch die Waffengewalt der 10 Monate andauernden Schlacht von Verdun so miserabel, sondern auch durch die sehr schlechten Lebensbedingungen. Dies wurde uns unteranderem im Fort Douaumont, einer ehemaligen, im Ersten Weltkrieg schwer umkämpften französischen Festung vor Augen geführt. Enge, nasse Räume ohne Fenster waren hier die Lebenswelt von vielen Soldaten. Was für uns unvorstellbar ist, war für viele Menschen in dieser Zeit Realität. 

Ebenfalls sehr beeindruckend war das Beinhaus von Douaumont. Dies ist eine französische Grabstätte, für die in der Schlacht von Verdun gefallene Soldaten, welche nicht identifiziert werden konnten. Hier hatten wir die Möglichkeit, von außen durch kleine Fenster in das Innere des Hauses zu sehen, wo sich Kammern mit den Gebeinen der Toten befinden. Es war ein bedrückendes Gefühl sich vorzustellen, dass diese Knochen wirklich die Knochen von Menschen sind, welche im Ersten Weltkrieg gefallen sind.
Als befremdlich empfanden wir einen, sich im Beinhaus befindenden Souvenirshop, welcher beispielsweise Schneekugeln mit glücklich wirkenden Soldaten darin zum Verkauf anbot. Damit wird, unserer Meinung nach, die Ernsthaftigkeit und Grausamkeit des Krieges beschönigt. 

Zum Abschluss besuchten wir Fleury, ein ehemaliges Dorf kurz vor Verdun. Dieses war jedoch nicht mehr als solches zu erkennen. Tafeln wiesen auf die damalige Dorfstruktur hin. Doch wo früher eine Kirche und Wohnhäuser standen, ist heute nur noch eine Hügellandschaft, entstanden durch Granaten- und Bombeneinschläge. Durch das Besichtigen dieses ehemaligen Dorfes wurde uns die aus dem Krieg resultierende Zerstörung – auch für die Zivilbevölkerung - noch einmal direkt vor Augen geführt.

Insgesamt war die Exkursion nach Verdun sehr berührend und beeindruckend. Das im Unterricht erworbene Fachwissen wurde durch die Eindrücke über die individuellen Schicksale von Soldaten mit Emotionen verknüpft.

Katrin Drysch (MSS 12/ 2017-18)

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